Mittwoch, Oktober 10, 2018

Verzeichnis mit Passwort schützen bei Strato etc. (.htaccess)

Will man ein Verzeichnis auf dem Server mit Username und Passwort schützen, erstellt man per FTP im Unterverzeichnis zwei Dateien.
  • .htaccess und
  • .htpasswd
 .htaccess beinhaltet folgende Zeilen:
AuthUserFile /kunden/homepages/6/verzeichnis/htdocs/unterverzeichnis/.htpasswd
AuthGroupFile /dev/null
AuthName Intern
AuthType Basic
require valid-user
Die Frage ist hier, wie der absoluten Pfad herauszufinden ist, denn dies ist häufig der Grund für einen Server Error. Ganz einfach, man fragt ihn per PHP ab. Dazu legt man eine Datei, z.B. root.php, an mit dem Inhalt:
 <?php
echo $_SERVER['DOCUMENT_ROOT'];
?>
Ruft man diese Datei über den Browser auf, kann man diesen Pfad in die erste Zeile von .htaccess kopieren.

.htpasswd beinhaltet den Username in Klartext und das verschlüsselte Passwort getrennt durch einem Doppelpunkt.

Wie erzeugt man das verschlüsselte Passwort? Ganz einfach mit einem Online Generator wie diesem.


Mein Dank geht an Andreas Gehrke für den Generator und Jörg Kruse für die Idee mit PHP.

Dienstag, August 21, 2018

Kirby statt Wordpress

Wordpress ist großartig in seiner ganzen Funktionalität. Es ist stets erste Wahl für ein Content Management System, alleine weil die Community so groß ist und die Plugins so zahlreich.

Ich muss aber sagen, das System ist zum Teil langsam, vermutlich auch weil so viele Bibliotheken nachgeladen werden. Und zudem ist die Anpassung recht kompliziert.

Wer sich ein wenig mit FTP und Markdown auskennt und mehr Kontrolle über ein übersichtlicheres System haben möchte, sollte sich unbedingt Kirby ansehen.

Was mich zudem überzeugt: Es benötigt keine Datenbank wie MySQL, sondern bedient sich ausschließlich des Dateisystems. Auf diese Weise können leicht mehrere dieser Systeme installiert werden, ohne dass die Datenbank in Gefahr kommt. Und genauso leicht können temporäre Systeme wieder entfernt oder verschoben werden.

Kirby Panel
Kirby verwendet ebenso ein Backend-Panel, mit dem Seiten anzulegen und Dateien hochzuladen sind.
Links zu Unterseiten und Bilder können einfach per Drag-and-Drop im Panel in den Text eingefügt werden.

Bilder können einfach dimensioniert werden, wie das Handbuch verrät, nämlich mit:
(image: myawesomepicture.jpg width: 500 height: 300)
Jedoch funktioniert das zunächst nicht, denn im CSS steht in img {
width: 100%;
Das macht auch einen Sinn, nämlich dass die Bilder auf einem mobilen Gerät an die Breite angepasst werden. Auf einem Desktoprechner macht das aber nicht unbedingt Sinn. Also wird das entfernt und die obige Anweisung funktioniert. Nachteil: Auf den Mobilgeräten sind die Bilder unter Umständen breiter als die Seite.

Wer mit Markdown etwas Problem hat, installiert einfach den Visual Markdown Editor. Die Dateien von Github werden einfach in /site/fields/markdown kopiert und in /site/blueprints als type: markdown definiert. Details auf der Webseite.

Kirby kann frei ausprobiert werden. Bei dauerhafter Nutzung ist eine Lizenz von €15 erforderlich. 


Montag, April 23, 2018

Auf bestimmte Seite in Pdf-Datei verweisen

Möchte man in einer Webseite auf eine bestimmter Stelle im Text verweisen, kann man das einfach mit einem Anker-Tag und einem Hash-Zeichen als Sprungziel machen, z.B.
.../seite.html#anker
Das gleiche - und noch viel mehr -  kann man auch mit einer Pdf-Datei tun. Um auf einen bestimmte Seite zu springen, verlinkt man auf:
https://www.beispielcom/datei.pdf#page=5
 Außerdem kann man auf einen bestimmten Kommentar verlinken, den Zoom einstellen, die Anzeige einstellen, Thumbnails, Lesezeichen oder die Scrollbar ein- oder ausblenden, Suchbegriffe markieren und vieles mehr. Mehr Informationen dazu in dem Dokument von Adobe, dessen URL hier einen direkten Verweis auf Seite 5 hat und die Thumbnails anschaltet:
https://www.adobe.com/content/dam/acom/en/devnet/acrobat/pdfs/PDFOpenParameters.pdf#page=5&pagemode=thumbs
Hier sind auch URL-Beispiele zufinden:
https://www.adobe.com/content/dam/acom/en/devnet/acrobat/pdfs/PDFOpenParameters.pdf#page=8&pagemode=none&search=examples

Donnerstag, Oktober 26, 2017

Hohen Upstream durch iCloud Backup verringern

Es ist merkwürdig, manchmal schickt man über das heimische Netzwerk nur eine kurze Email und muss verfolgen, wie der Fortschrittsbalken die Übertragung anzeigt. Irgendetwas stimmt hier nicht.

Schaut man sich die Übertragung des Routers an, z.B. in der Fritzbox mithilfe des Online Monitors, wird deutlich, dass irgendeine Anwendung einen hohen Upstream erzeugt. Alle Prozesse in Windows abschalten bringt keine Veränderungen, dann muss es ein anderes Gerät im Netzwerk sein: Der Blick wandert zum iPhone, das in der Ecke gerade geladen wird. Was lädt es hoch? Und wohin?

Die Lösung ist ganz einfach. Geht man auf Flugmodus, ist der Upstream weg. Was also lädt iOS hoch?

Es ist der iCloud Backup. Ladend, im WLAN und gesperrt bringt es das Backup in die Cloud. Das ist gut, denn geht die Hardware kaputt, kann man so auf einem neuen die Konfiguration schnell wieder herstellen.

Doch wie groß ist so ein Backup? Und warum dauert das so lange und blockiert damit den wichtigeren Traffic? Was beinhaltet das Backup eigentlich?

Nun, das kann man leicht herausfinden. Unter Einstellungen > Speicher & Backup > Speicher verwalten > Backups erhält man eine Übersicht, wie viele Daten die einzelnen Apps in das Backup einbringen. Das kann ganz schön viel sein, wenn man beispielsweise die Offline-Karten von MapsMe oder Download-Apps mit Videos einbezieht. Das muss nicht sein und an dieser Stelle kann man diese Daten einfach abwählen.

In meinem Beispiel war das Backup 6,34GB groß. Das kann natürlich dauern... Mit dem Abschalten verschiedener Apps konnte ich es deutlich verkleinern, so dass der Router nur noch minimal belastet wird und noch die wichtigsten Daten zur Wiederherstellung vorhanden sind.



Freitag, November 11, 2016

In iOS "als PDF speichern" ohne zusätzliche Apps

Ob Webseiten oder Emails, manchmal möchte man ein Dokument als PDF speichern. Systemweit geht das ganz einfach über den Druckdialog. Seit iOS 10 kann in die Druckvorschau mit einer Pinchgeste hineingezoomt werden. Dort lässt sich das PDF-Dokument beispielsweise in die Dropbox speichern oder per Email versenden. 

Dienstag, Mai 31, 2016

Import Web "Gallery of Art" into RStudio

The Web Gallery of Art is Open Data - downloadable as CSV and importable into RStudio. Depending on your system, however, you might find strange characters instead of Umlaute and accents: <f6> instead of ö.

That is a sign of ISO-8859 encoding and probably due to the fact that the developers of the site are from Budapest, Hungary.

Oh, what is this?
The simple solution for that is to read it as it is, as ISO-8859 (and not UTF-8). Some suggest to change 'Default text encoding' in the Preferences , but it is much easier:
  1. Do not use the "Import Dataset" assistant. The encoding option has no effect in some versions.
  2. Use the command line and enter WGAcatalog <- read.csv2("WGAcatalog.csv", sep=";", encoding="iso_8859-1"
 
Great!
Does that work for you?

Montag, Mai 30, 2016

Wo ist in Word 2010 der Scrollbalken hin?

Ist die horizontale oder vertikale Scrollleiste in Word 2010 bei vergrößertem Dokument verschwunden, ist der entsprechende Haken unter der Rubrik „Anzeigen“ zu setzten, die man unter Datei > Optionen > Erweitert findet.



Sonntag, Januar 03, 2016

Tipps zu yEd: CPU- und Speichernutzung


Das Visualisierungstool für Netzwerke yEd ist bei einer größeren Anzahl an Nodes recht langsam. Schau man sich die CPU-Nutzung an, wird deutlich, dass nur ein Kern verwendet wird. Eine Mehrkernnutzung ist aber in der 64bit-Version möglich, was die Berechung sehr beschleunigt. Diese Version findet sich ebenfalls im Download-Bereich.
Ist die Anzhal der Nodes recht hoch, kann es zu einem Speicher-Fehler kommen. Dieser lässt sich umgehen, indemn man Java mehr Speicher zuweist. Dies ist hier ausführlich beschrieben. Im Prinzip wird der Java-Parameter -J-Xmx768m hinzugefügt, um 768MB Speicher zuzuweisen.

Sonntag, August 30, 2015

Immersives User Interface mittels 3D-Grafik, Head-Tracking und Touch-Input

Die die Entwicklung neuer Bildmedien wird zu Recht viel investiert. Nach Touchscreens werden nach neuen Benutzerschnittstellen gesucht, die die Interaktion mit dem Rechner noch intuitiver erscheinen lassen. Ein User-Interface, das ein quasi-holographisches Bild erzeugt, ist hierbei besonders interessant. Eine neue Publikation zeigt, wie dies mit Head-Tracking und Touch-Input funktionieren kann.


Dieses Buch beschreibt die Ziele und die Entwicklung einer grafischen Benutzerschnittstelle, die einen 3D-Raum erzeugt, der durch räumliche Bewegung des Betrachters exploriert und mit Berührungsinput manipuliert werden kann. Dabei kommt Head-Tracking mithilfe von Microsoft Kinect und Touch-Input mithilfe von Microsoft PixelSense zum Einsatz. Computergrafik ist zwar meist zentralperspektivisch aufgebaut, jedoch nicht wirklich dreidimensional. Durch die im Rahmen dieser Arbeit entwickelten Benutzerschnittstelle lässt sich ein besserer räumlicher Eindruck erzeugen, der insbesondere zu Präsentationszwecken von Objekten eingesetzt werden kann – jedoch ohne Brillen, die als störend empfunden werden, und ohne Displayfolien, die die Auflösung heruntersetzen. Zum Einsatz kommt hier ein in einen Tisch integrierter Großbild-Touch-Screen, der optisch auf Infrarotbasis funktioniert. Das HD-Display erlaubt auf 40 Zoll großformatige Dar­stellungen und die Anzeige von 3D-Objekten, die sich mithilfe des .Net-Frame­works und dem Surface 2.0 SDK markieren, bewegen und rotieren lassen. Der Kinect-Sensor interpretiert Differenzen von strukturiertem IR-Licht als Tiefeninformationen und kann auf diese Weise den Benutzer und seine Bewegung erkennen. Dessen Kopfposition kann in drei Achsen verfolgt und daraus dynamisch eine perspektivische 3D-Grafik mit gekippter Projektionsebene generiert werden, die – unterstützt durch die dadurch erzeugte Bewegungsparallaxe – von jeder Position im Raum einen überzeugenden räumlichen Eindruck erzeugt. So lassen sich die dargestellten Objekte leicht aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und mithilfe von Touch-Eingabe berühren und manipulieren. Diese Verbindung von Bild- und Realraum verstärkt den Eindruck von Immersion, also das „Eintauchen“ in den virtuellen Bildraum, durch Haptik. Die Prinzipien dieser Grundlagenforschung können im Rahmen von Human-Machine Interfaces (HMI) in der Präsentation, im Design, in der Logistikplanung, bei Fahrerassistenzsystemen oder Konsumentenelektronik zum Einsatz kommen. Der Vorteil liegt in der Erzeugung eines räumlichen Eindrucks und die Manipulierbarkeit von Objekten ohne die Notwendigkeit von weiterer Peripherie.

Ligaturen in Word mit Linux Libertine

Die freie Schriftart Linux Libertine enthält umfangreiche Ligaturen, die auch in Word ab der Versionen 2010 unterstützt werden. Diese lassen sich unter "Schriftart" und dem Reiter "Erweitert" auswählen.


Sollte hier die Ligatur in der Vorschau korrekt erscheinen, aber nicht im tatsächlichen Text, ist die falsche Schriftart installiert: Es handelt sich um OpenType-basierte Ligaturen, daher muss auch die OTF-Version verfügbar sein. Der Fehler entsteht, wenn stattdessen die TrueType-Datei auf dem System vorhanden ist. Um dies zu ändern, lädt man sich in der jüngsten Version die Datei LinLibertineOTF_xxx.tgz herunter und installiert diese. Sie erscheint anschließend als "Linux Libertine O" in der Auswahlliste.

Montag, März 31, 2014

Android-Apps entwickeln mit Eclipse

Um die App auf einem realen Gerät zu testen, ist der entsprechende USB-Treiber einzubinden. Dieser liegt in <sdk>\extras\google\usb_driver\. Verwendet man ein Gerät von Samsung wie beispielsweise das Gio, ist Kies zu installieren, das den entsprechenden Treiber enthält. Dieser erscheint dann im Android Device Chooser neben den vistuellen Geräten zur Auswahl.



Freitag, Juli 26, 2013

Surface/PixelSense unter Windows 8

Die Plattform PixelSense - früher Surface - von Micro­soft ist eine Multi­touch-Umgebung für Groß­bild­schirme, die inter­essante An­wendungen ver­spricht.
Zur Ent­wicklung von An­wendungen Micro­soft bietet dazu ein SDK bereits in der zweiten Version an. Diese be­nötigt als Ent­wicklungs­um­gebung Visual Studio 2010 Ex­press oder die Voll­version, das .NET Frame­work 4 sowie XNA Game Studio 4.0.
Auf diese Weise lassen sich in einer gewohnten Umgebung Applikationen erstellen und auf einem herkömmlichen Windows-Rechner testen - jedoch nicht unter Windows 8. Hier erscheint mit dem Input Simulator, der für die Touch-Eingabe zuständig ist, der Fehler "connection input driver times out".
Der Grund dafür: Mit Windows 8 wurde die Art und Weise be­grenzt, wie auf eine Human Inter­face Device (HID) zugreift. Das be­deutet, die Surface 2.0-An­wendung wird mit dem Ein­gangs-Sub­system nicht funktionieren - jeden­falls ist man nicht in der Lage, Tags, Blob-Größe usw. zu lesen - nur Berührungspunkte, sprich Maus­klicks, funktionieren jedoch weiter­hin.  
Surface 2.0 funktioniert nur mit Windows 7 korrekt!
Die Entwicklung einer An­wendung, die Tags verwendet, ist jedoch ohne Input Simulator kaum zu de­buggen. Hier kann man nur auf ein Up­date hoffen...

Sonntag, Juli 21, 2013

Hinweis zum Programm ElsterFormular

Die Eingabe der Daten funktioniert einfach in einer geführten Tour durch die einzelnen Punkte (Interview). Es gibt aber weniger Tipps, wo man Pauschal­be­träge angeben kann etc. als in der kommerziellen Soft­ware wie z. B. Steuerspar­erklärung des Verlags Akademische Arbeits­ge­meinschaft für 24,95 €. 

Ziel der ganzen Sache ist, dass man seine Daten elektronisch an das Finanz­amt sendet. Das bedeutet, man kann zwar alles in den Formularen auf dem Bild­schirm sehen (Aus­blenden der rechten Leiste ver­größert das Blatt), man hat am Ende aber keine Option, auf Formulare zu drucken. Dafür werden diese Daten über das Internet übermittelt (ob ver­schlüsselt wird leider nicht angezeigt). Die Daten kann man mit einem Zertifikat, das man auf der Webseite erhält, digital zertifizieren ("unterschreiben") – oder man druckt sich eine „komprimiert“ Zusammen­fassung aus, die man unterschreibt und hin­schickt. Außer­dem kann man ein An­schreiben aus­drucken, das als Deck­blatt für die Belege dient, die man natürlich weiter physisch abgibt.

ElsterFormular kann man auch sehen, wie viel man erstattet bekommen wird. Unter Extras findet sich die Steuer­be­rechnung. Das erzeugt eine Pdf-Datei auf deren zweiten Seite man oben im Kasten folgendes findet:
  • Festgesetzt werden (das erartet das Finanzamt)
  • Abzug vom Lohn (das hat es schon erhalten)
  • verbleibende Beträge (das steht noch aus), "-" heißt Erstattung.
 
Fazit: Wer dem Finanzamt helfen möchte und seine Daten übermittelt, kann diese kosten­lose Software nutzen. Besser ist aber die kommerzielle Steuer-Software, deren Kosten man übrigens ebenfalls von der Steuer absetzten kann.

Quellen: 1, 2  


Freitag, Juli 12, 2013

Situative S/MIME-Verschlüsselung unter iOS und Thunderbird

Ein X.509-Zertifikat ist ein öffentlicher Schlüssel, der von einer Certification Authority beglaubigt und unterschrieben ist. Ein Zertifikat belegt, dass der Schlüssel wirklich zu derjenigen Person gehört, die in der Benutzerkennung des Schlüssels angegeben ist. Es ist deshalb vergleichbar mit einem elektronischen Ausweis. (Quelle)
Hat man von seiner CA (z. B. dem Arbeitgeber) sein Zertifikat in Form einer .pem-Datei bekommen, lässt sich daraus mit Firefox ein persönliches Zertifikat (.p12-Datei) exportieren.

iOS

Dies kann man sich selber mailen und den Anhang auf dem iPhone oder iPad einfach importieren. Unter "Einstellungen" lässt sich für das entsprechende Mailkonto die Verwendung des Zertifikats als Unterschrift und Verschlüsselung einstellen.
Auf diese Weise wird die Email automatisch unterschrieben. Ist mit dem Mailempfänger ein Schlüssel ausgetauscht, wird die Email auch automatisch verschlüsselt.
Dazu muss zunächst ggf. der Signatur des Senders getraut und anschließend sein Zertifikat installiert werden.
Im Einzelnen wird das hier beschrieben.

Thunderbird

In Thunderbird importiert man zunächst das Zertifikat in den Einstellungen/Erweitert/Zertifikate. Unter "Ihre Zertifikate" erscheint das eigene Zertifikat, unter "Personen" die anderer Mailkontakte.
Nun kann man in jeder Email, die man schreibt, unter dem Menüpunkt "S/MIME" wählen, ob sie unterschrieben und/oder verschlüsselt werden soll. Meist möchte man aber nicht jedes Mal diese Option erst auswählen müssen.
Um die Email jedes Mal zu unterschreiben, wählt man  unter Konten-Einstellung unter dem jeweiligen Mailkonto S/MIME-Sicherheit. Hier kann man das Zertifikat wählen und das Häkchen bei "Nachrichten digital unterschreiben (als Standard)" setzten. Nun wird jede Mail von diesem Konto unterschrieben.
Hier könnte man auch wählen, die Email immer zu verschlüsseln. Während die Unterschrift bei keinem Empfänger zu Problemen führt, würde eine grundsätzliche Verschlüsselung bei Empfängern, mit denen man keinen Schlüssel ausgetauscht hat zu Problemen führen, weil sie die Email schlicht nicht lesen könnten. Die Lösung ist - wie in iOS - die Verschlüsselung nur zu verwenden, wenn dies möglich ist. Dazu ist das Add-On Encrypt if possible zu installieren, das die Verschlüsselung automatisch anschaltet, wenn ein X.509-Zertifikat vorhanden ist.

Montag, Januar 28, 2013

Face Recognition als Frage der Bildwissenschaft


Zur Deaktivierung der Gesichtserkennung auf Facebook in Europa schreibt Netzbild: "Bei der Gesichtserkennung handelt es sich nicht alleine eine juristische Frage, sondern um eine gesellschaftliche, um eine Frage nach dem Umgang mit dem Bild im digitalen Zeitalter. Dies muss in den Geisteswissenschaften diskutiert werden und gerade in dem Fach, das mit Bildern am meisten Erfahrung hat – der Kunstgeschichte."

Freitag, Juli 20, 2012

Larry&Steve vs. Gil

Bei der Erwähnung seines Vorgängers bei Apple, Gilbert Amelio, erzählte Steve Jobs gerne, dieser habe einst gesagt: "Apple is like a ship, but there's a hole in the ship. And my job is to get everyone to row in the same direction".
Ist dies ein Gerücht, das Jobs in Umlauf brachte, um Amelio lächerlich zu machen? Oder hat er nur gerne frei zusammenzufassen, was in Silicon Valley als Geschichte herumgeisterte:
Amelio told us: "Apple is a boat. There's a hole in the boat, and it's taking on water. But there's also a treasure on board. And the problem is, everyone on board is rowing in different directions, so the boat is just standing still. My job is to get everyone rowing in the same direction so we can save the treasure." After he turned away, I looked at the person next to me and asked, "But what about the hole?"
--A Silicon Valley CEO recalling Amelio's description of his task at Apple during a cocktail party in spring, 1996.
SteveJobsInc gibt als Quelle das Fortune Magazine an, jedoch ist dort keine Erwähnung im Text zu finden.
cbsnews berichtet, wer der Silicon Valley CEO war. Das Zitat stamme von Larry Ellison, einem alten Freund und Nachbarn von Steve Jobs. Ein Schelm wer hier Böses denkt. Ellison bereitete einst eine feindliche Übernahme Apples vor, um Steve Jobs als Vorstandsvorsitzenden einzusetzen. Im Gegenzug wurde er von Jobs in den Vorstand berufen sobald er das Geschäft übernahm.
Bei Walter Isaacson, nicht gerade eine zuverlässige Quelle, sondern oft nur eine Wiedergabe der Aussagen von Steve Jobs, findet sich folgende Passage:
That spring Larry Ellison saw Amelio at a party and introduced him to the technology journalist Gina Smith, who asked how Apple was doing. "You know, Gina, Apple is like a ship," Amelio answered. "That ship is loaded with treasure, but there's a hole in the ship. And my job is to get everyone to row in the same direction." Smith looked perplexed and asked, "Yeah, but what about the hole?" From then on Ellison and Jobs joked about the parable of the ship. "When Larry relayed this story to me, we were in this sushi place, and I literally fell off my chair laughing," Jobs recalled. "He was just such a buffoon, and he took himself so seriously. He insisted that everyone call him Dr. Amelio. That's always a warning sign."
Die Journalistin Gina Smith schrieb zusammen mit Steve Wozniak dessen Biografie iWOZ.

Mittwoch, März 07, 2012

The Return of the Stylus – Plädoyer für die Stifteingabe auf dem Tablet

„I want a stylus!“
Niemand will einen Stylus, proklamierte Steve Jobs zur Einführung des iPhones im Jahr 2007. Tatsächlich war der Touch-Screen eine elegante Lösung des Problems der zu­nehmenden Miniaturisierung und Funktions­konvergenz bei Handys.

Jobs wandte sich damit auch ostentativ gegen die Hersteller der damals weit verbreiteten PDAs mit Stifteingabe und positionierte Multitouch als überlegenes Prinzip.

The No-Stylus Paradigm

Mit dem erfolgreichen iPad, das über einen deutlich größeren Bildschirm verfügt und häufig als eBook-Reader verwendet wird, stellt sich die Frage neu, ob das Anti-Stylus-Paradigma weiter in seiner Universalität zu halten ist. Richtig ist, auf einem Handy macht ein Stylus wenig Sinn. Richtig ist aber auch, auf einem Tablet hat die Stifteingabe durchaus An­wendungs­szenarien.

Die Handschrift ist für schnelle Notizen besser geeignet als die Softare-Tastatur. Mit dem kapazitiven Stift Bamboo Stylus von Wacom und der App Bamboo Paper wird deutlich, dass das iPad auch zum Ersatz von Papier werden kann – und das iPad zu einem produktiven Instrument.

Paperless Office

Das papierlose Büro ist seit Jahrzehnten die Vision der Industrie. Doch weiterhin ist der Drucker die wichtigste Peripherie zum Computer. eBooks und zunehmend elektronische Magazine werden zwar nicht nur am PC, sondern auch auf eBook-Readern gelesen. Das ent­scheidende Manko ist jedoch die fehlende Funktion, direkt in die Informationen hinein zu schreiben.

Mit der Tastatur können zwar Notizen hinzugefügt werden. Mithilfe eines Stiftes könnten aber viel schneller und intuitiver semantische Zusammenhänge her­ge­stellt werden, wie z. B. Pfeile, Kreise, Unter­streichungen etc.
Mit GoodReader und ezPDF ist möglich, was man mit Stift und Papier gewohnt ist: Einfach in Pdf-Dateien hinein­zu­schreiben und diese Notizen in der Pdf-Datei zu speichern (und nicht in einem unüblichen Zusatzformat). Auf diese Weise können die elektronischen Dokumente bearbeitet und per Email gleich weiter­ge­schickt werden. So kann ein papier­loses Büro funktionieren!

Es ist Apple und anderen Her­stellern ge­raten, diese An­wendung, die z. B. an Universitäten eine Killer-App ist, nicht aus den Augen zu lassen, das Tablet als produktives Gerät zu er­kennen und das Anti-Stylus-Paradigma zu brechen.

Don't be afraid of the Newton, Tim!

Es ist anzumerken, dass iOS ein Derivat von OS X ist. Dieses Betriebs­system be­sitzt eine Schrift­erkennung namens Inkwell, die vormals als „Rosetta“ Teil des Newton war und bisher erst im ModBook eine ernsthafte Anwendung fand. Eine Eingabe von Hand­schrift kann auf diese Weise auch in Druckschrift um­ge­setzt werden (die Prozessorleistung dürfte inzwischen aus­reichend sein). Tim Cook – im Gegensatz zu Steve Jobs, der persönliche Gründe hatte – braucht keine Angst vor einem der­artigen Revival des Newton zu haben.

Samsung hat das Potenzial von Stift­ein­gabe bei mobilen Geräten bereits er­kannt: Das Galaxy Note hat zwar nur eine schwache Implementierung der Idee – es wird nur ein Screen­shot als Grafik editiert –, scheint aber ein solcher Er­folg zu sein, dass bereits Folge­versionen (auch mit 10 Zoll-Bildschirm) vor­ge­stellt wurden.
Die Idee eines Tablets mit Stifteingabe ist uralt. Nicht nur, dass Wachstafeln aus der Antike und dem Mittelalter mit einem Griffel beschrieben wurden, auch Alan Kays Dynabook aus dem Jahr 1968 sah einen Stylus vor. Umso wichtiger, sich nun von Steve Jobs' Paradigma zu verabschieden.

P.S.: Das modulare PadFone von Asus wird nicht nur mit einem Stylus geliefert, dieser dient bei einem Anruf auch als Bluetooth-Headset.

Update: Der Mitte Juni 2012 vorgestellte iPad-Konkurrent von Microsoft hat nun das Stylus-Konzept integriert. Das Surface-Tablet hat zwei Sensoren: Einen für Touch und einen für digital Ink. Sobald der Stift die Oberfläche berührt, wird der Input des Handballen ignoriert ("Palm Block Technology"). Es handelt sich offenbar um einen aktiven Stift, der Aufladung benötigt. Im Gehäuse des Tablets ist daher seitlich eine magnetischer Ladefläche eingebaut, die den Stift zudem gleichzeitig hält während er nicht benötigt wird. Neben der in das Cover eingebauten Tastatur ist dies wohl das innovativste Element des Tablets von Microsoft.
Update: Mit dem Galaxy Note 10.1 hat Samsung nun nachgelegt und scheint Apple damit einen Schritt voraus zu sein. Bemerkenswert: Genauso wie einst der Apple Newton kann das Galaxy Note Handschrift und Skizzen in Text und Vektorgraphiken umwandeln.


Freitag, Januar 06, 2012

Erster Schritt in Ubiquitous Computing: Personal Assistant Watches

Kommende Woche wird die italienische Firma I'm auf der CES in Las Vegas eine Uhr vorstellen, die sie als die erste wirkliche Smartwatch bezeichnen (10. Januar 2012, 2:30 PM - 3:30 PM). Sie sieht nicht nur aus wie ein iPod nano am Armband, der bereits durchaus sinnvoll als Uhr zu benutzen war. Die I'm Watch auf Android-Basis geht jedoch noch weiter: Per Tethering des Handys erhält sie Internetzugang und kann über verschiedene Funktionen Inhalte aus der Cloud anzeigen. Sinnvoll ist in diesem Zusammenhang sicher neben Kurznachrichten vor allem Termine, die beispielsweise in einem Google-Kalender gespeichert sind, oder Statusmeldungen der Social Networks, die unterwegs einfach abgerufen werden können.
Es ist möglich, dass auch Apple seine lange nicht aktualisierte iPod-Linie um eine am Handgelenk tragbare Version erweitert - jedoch weiter zielt als I'm. Die New York Times berichtete, Apple arbeite an einem Gerät, das mit den bisherigen Mobilgeräten kommunizieren kann. Ohne das iPhone aus der Tasche zu nehmen, können auf diese Weise Informationen auf dem "Ziffernblatt" abgelesen werden. Mehr noch: Die Uhr dient nicht nur zur Anzeige, Siri ist die Schnittstelle, um Eingaben zu machen und mit dem System zu kommunizieren. Dies ist die Input-Lösung, denn auf dem winzigen Display macht Multitouch nur bedingt Sinn.
Nachdem der PC als Digital Hub aufgegeben und durch die Cloud ersetzt wurde, wäre dies der Einstieg in Wearable und Ubiquitous Computing. Die Einzelgeräte können untereinander und mit dem Internet kommunizieren, Informationen abrufen und darstellen – überall.
Dann ist möglich, was der Kommunikationsdesigner Martin Frey bereits im Jahr 2005 als durchdachten Prototypen vorgestellt hatte: Seine Just in Time Watch berechnete aus den Terminen, der Geschwindigkeit und der GPS-Position die Zeit bis zum Ort des Termins und gab einem so einen Überblick über die voraussichtliche Ankunftszeit und ob man sich beeilen sollte, um pünktlich zu sein.

P.S. Wie wirtschaftlich risikoreich eine solche Uhr sein kann, zeigte sich an dem Microsoft-Projekt SPOT: Eine Armbanduhr, die Informationen aus dem MSN Direct Network anzeigt, einem seit Oktober 2009 angebotenen digitalen UKW-Netz für 59$ pro Jahr. Dieser Service wurde vor wenigen Tagen eingestellt. Die SPOT-Uhr war schon nach einem Jahr vom Markt verschwunden.
Ein ähnliches Gerät wie das von I'm gibt es von Sony für einen weitaus geringeren Preis (und weniger Funktionen) unter der Bezeichnung Live View.

Update: Die Macher von inPulse suchen nun Kapital zur Produktion der eInk-Uhr Pebble, die ebenfalls mit dem Smartphone synchronisiert Nachrichten anzeigen kann.
Update: Mit Android 4.1 Jelly Bean bringt Google die notwendige Funktionalität dafür mit. Google Now versucht vorauszuahnen, welche Informationen der User als Nächstes braucht. Diese Daten werden automatisch eingeblendet.
Update: Auch Touch Time sucht Crowdfunding für eine Uhr. Diese beinhaltet zwar einen Kalender, wird jedoch nicht online synchronisiert.Vorteil ist: Dadurch und durch das eInk-Display erhöht sich die Batterielaufzeit auf ein Jahr. Das ist noch das Manko aller anderen Ihren: Sie müssen immer wieder geladen werden wie ein Handy. Hier könnte in Zukunft das energieeffiziente Bluetooth 4.0 den Weg weisen.
Update: Auf der CES 2013 stellte die Firma ConnecteDevice ihre Version der Smartwatch vor. Der daran beteiligte deutschsprachige Peter Hauser verkauft die ebenfalls per Kickstarter finanzierte sogenannte cookoo watch konsequenterweise in einer Verpackung, die an eine Kuckucksuhr im Bahnwärterhäuschen-Design erinnert.
Update: Der früherer Apple-Mitarbeiter Bruze Tognazzini schrieb einen längeren Blogeintrag darüber, welche Funktionen er sich für eine Uhr von Apple vorstellen kann. Neben der passwortlosen Freischaltung des Rechners hält er einen Druck- und Temperatursensor für sinnvoll, der diese Daten nicht nur anzeigen könnte, sondern auch im Rahmen von Crowdsourcing Maps über Höhenmessung verbessert.
Update:  Ein Patent von Apple weist auf ein Gerät hin, das am Arm getragen werden kann.

Donnerstag, Dezember 29, 2011

Falsche Funktionsbezeichnung in Keynote

Markiert man in Keynote auf dem iPad zwei Zellen einer eingefügten Tabelle erscheint die Funktionen "Einsetzen" und "Serienbrief". Selbstverständliche handelt es sich bei letzterer nicht um das Versenden an mehrere Empfänger, sondern nur um eine falsche Bezeichnung in der Lokalisierung des Programms. Tippt man das Wort an, werden beide Zellen miteinander verbunden. "Verbinden" wäre also die richtige Bezeichnung der Funktion gewesen.
Update: Mit dem Update vom 7.3.12 ist der Fehler behoben. Hier erscheint nun der Begriff "Vereinigen".

Freitag, September 09, 2011

„Speicher unter" Dialog anpassen


Im Windows-Dialog „Speichern unter“ wird in einigen Programmen, wie z. B. Adobe Acrobat, eine Leiste angezeigt, die Speicherorte zeigt, auf die man mit einem Klick zugreifen kann. Darunter befinden sich "Zuletzt besucht" und das Netzwerk, aber möglicherweise nicht die Standard-Orte, die man für seine Arbeit benötigt.
Folgendermaßen kann man dies ändern und die Leiste für selbst gewählte Verzeichnisse anpassen: Zunächst startet man die Gruppenrichtlinien als Administrator. Dazu gibt man gpedit.msc in die Startzeile ein (Windows 7) und klickt auf den Suchfund in der Liste mit der rechten Maustaste und wählt „Als Administrator ausführen“. Dann wählt man
  • Benutzerkonfiguration
  • Administrative Vorlagen
  • Windows-Komponenten
  • Windows-Explorer
  • Standarddialog "Datei öffnen" (in Windows 8 heisste es "Datei-Explorer")
  • Elemente, die in der Ortsleiste angezeigt werden
Mit einem Doppelklick kann man dies bearbeiten (unter Vista "Eigenschaften" auswählen). In dem Fenster wählt man den Punkt „Aktiviert“ aus und kann nun die Ordnerpfade festlegen.

Mittwoch, August 31, 2011

Warum das TouchPad tot ist – und WebOS lebt

Quelle: Robert Scoble
TouchPad-Einführung am
9. Februar 2011
Beim Firesale am 22. August wurde das TouchPad für 99 Dollar bzw. Euro verkauft, um die Geschäftsregale zu räumen. Dies hat zu einem enormen Interesse an dem Gerät geführt, sodass man meinen könnte, es hätte eine Zukunft gehabt, wenn nur der Preispunkt gestimmt hätte. Eine Woche später geht ein 16GB-TouchPad bei eBay noch für 240€ weg. Dafür hätte HP es von Anfang an anbieten sollen, so könnte man meinen.
Fakt ist jedoch, dass die reinen Materialkosten bereits bei 296,15$ liegen. Hinzu kommen etwa 10$ Herstellungskosten, wie isuppli errechnete. Ohne Forschung&Entwicklung, ohne Marketing und Vertrieb müsste es also für mindestens 306,15$ verkauft werden. Tatsächlich wurde es für 499$ angeboten (63% Aufschlag), was möglicherweise zu hoch war deutlich über 300$ aber vermutlich ebenfalls.

Nun könnte man auf den Gedanken kommen, die Hardwarekonfiguration zu reduzieren, um die Kosten zu senken: weniger Hauptspeicher, weniger Flashspeicher, einen schwächeren Prozessor.
Tatsächlich ist dies bereits eine schwächere Hardware. Als Palm zu HP kam, so heißt es, hätten sie das System an existierende Hardware anpassen müssen. Tatsächlich habe man das System auf einen iPad portiert, wo es doppelt so schnell gelaufen sei. Und schließlich beklagen sie manche Kunden über lange Ladezeiten der Applikationen, die nur beschleunigt werden können, wenn man das TouchPad tweakt: vom Abschalten des Loggings bis hin zum Overclocking.

Die Zukunft liegt also nicht in einer Portierung von Android auf die HP-Hardware, wie manche unverständlicherweise vorschlagen, sondern in der Portierung von WebOS auf bessere Hardware. Dann hat das im Prinzip großartige Betriebssystem noch eine wirkliche Chance. Die Zukunft heißt nicht TouchPad, sondern WebOS.

Die bessere Hardware muss deswegen nicht notwendigerweise teurer werden. Handelt es sich um einen Hardwarehersteller mit großem Produktionsvolumen und dadurch größeren Margen, kann der Einzelpreis auch bei einem Preispunkt liegen, der als iPad-Rivale attraktiv ist. Samsung hat neben Android noch sein Handy-OS Bada und wird sich kein weiteres Betriebssystem ins Haus holen. Amazon hat in seinem lab126 sein Tablet fast fertig und hat zumindest im Augenblick keinen Bedarf. Wer WebOS lizenzieren oder kaufen könnte, ist noch offen.

Zum Vergleich: Das iPad2 hat einen Materialpreis von 326,60$ und wird für 499$ angeboten (53% Aufschlag). Ein Angreifer muss aber deutlich günstiger angeboten werden, um dem Marktführer gefährlich zu werden. Dass man an der Hardware nicht sparen darf, hat inzwischen auch Toshiba bemerkt, die zunächst mit dem Folio 100 auf billige Hardware gesetzt hatten, aber alleine das Display bei den Kunden nicht positiv aufgenommen wurde. Das AT100 wurde mit überzeugenderer Hardware auf der IFA für 450 Euro vorgestellt (Android 3.1).

Quelle: isuppli.com


Freitag, August 19, 2011

Der OS-Krieg (II): webOS

"Der Tablet-Effekt ist real", sagte Leo Apotheker, der HP-Chef und gab am 18. August nicht nur das PC-Geschäft (was nach IBMs Levono-Deal nicht überrascht), sondern auch seine Tablet-Sparte auf. Damit ändert sich der Wettbewerb im OS-Krieg: Das von Palm entwickelte webOS, das noch vor Kurzem auch auf PCs etabliert werden sollte, hat dann keine feste Hardwareplatform mehr (im Gegensatz zu Android, das in Zukunft auf Motorola-Hardware läuft), sondern wird wohl lizenziert werden. Da war Palm schon einmal. Palm stirbt langsam - sehr langsam.
VP für webOS, Richard Kerris, twitterte:
"HPwebOS is an awesome software platform and now we can explore the best hardware partner for it."  
Techcrunch spekuliert, webOS könnte als Betriebssystem für Amazons Tablet interessant sein. Vor allem für denjenigen interessiert man sich, der den iPod entwickelte und Palm wiederbelebte: Jon Rubinstein. Dieser sitzt seit Dezember 2010 ohnehin im Vorstand von Amazon. Techcrunch weist richtigerweise darauf hin, dass der OS-Krieg heute mit Patenten geführt wird und der Verkauf von webOS heute mehr einbringen könnte als die $1,2 Mrd., die im April 2010 für Palm bezahlt wurden, da alleine die über 1500 Patente mehr wert sind.
"The tablet effect is real and sales of the TouchPad are not meeting our expectations. The velocity of change in the personal device marketplace continues to increase as the competitive landscape is growing increasingly more complex especially around the personal computing arena (...) the tablet effect is real.”
Mit dem Erwerb von Unternehmen wie Autonomy und der Abspaltung der PC- und Tablet-Sparte hat sich HP entschieden, nicht wie Apple zu werden, sondern wie IBM, so Techcrunch. Leo Apotheker, Ex-SAP-Chef, kennt sich mit der Unternehmensbranche ohnehin besser aus als im Konsumentenbereich.

Übrigens: Ein Betriebssystem zu verkaufen, das ursprünglich mit einer bestimmten Hardware verbunden war, ist kein neues Phänomen. So wurde einst NextStep verkauft, dessen Betriebssystem OpenStep die Grundlage von OS X wurde. So kam Steve Jobs zurück zu Apple.

Montag, August 15, 2011

Der OS-Krieg. Der Hintergrund von Googles Motorola-Kauf

Am 3. August 2009 trat Google-Chef Eric Schmidt vom Aufsichtsrat bei Apple zurück. Er war dort seit drei Jahren, wohl auch deswegen, weil Steve Jobs an einem guten Verhältnis zu Google als Internetdienstleister interessiert war. So war Google Maps, Mail und Search ein wichtiger Bestandteil des nur wenige Monate nach seinem Eintritt vorgestellten iPhones. Apple als Anbieter der Soft- und Hardware hatte so ein kooperatives Verhältnis zu Google als Cloud-Provider.
Im Sommer 2005 kaufte Google das Unternehmen Android und gab im November 2007 bekannt, mit der Open Handset Alliance (darunter Motorola) ein Mobiltelefon-Betriebssystem namens Android zu entwickeln, das im Oktober 2008 auf dem HTC Dream erstmalig auf einem Gerät auf den Markt kam. Die Anzahl dieser Geräte wuchs so rasant, dass Apple unter Druck gesetzt wurde. Google konkurrierte mit Apple um das Betriebssystem auf Mobilgeräten – Eric Schmidt musste gehen.

Steve Jobs mag dies gelegen gekommen sein, wollte er doch mit den iAds Werbung vermarkten und damit ebenfalls auf Googles Terrain. Zudem entwickelt Apple seit Längerem seine eigene Maps-Applikation, um unabhängig von anderen Unternehmen zu werden. Die Cloud-Dienste waren Teil der Strategie seit der Errichtung des riesigen Rechenzentrums in Maiden, North Carolina, seit Mai 2009.

Dies ist nur der Vorbote eines OS-Krieges. War Microsoft einst auf PCs der unangefochtene Monopolist, eröffnete sich mit den mobilen Geräten die Chance, auf diesen ebenso ein Betriebssystem zu etablieren. Die Netzwerkeffekte der Größe des Marktanteils, der Anzahl von Entwicklern und Benutzern erlaubte  Windows damals eine Verbreitung, die weder von OS/2 noch Linux untergraben konnte. Apple will nun ebenfalls die Nr. 1 der Post-PC-Ära sein.


Das Feld hat sich bereits gelichtet. Nokia hatte im Februar 2011 angekündigt, seine Symbian-Plattform selbst nicht mehr einzusetzen und satt dessen auf Windows Phone 7 zu setzten. Ob HP mit dem Kauf von Palm sein WebOS langfristig positionieren kann, ist noch nicht abzusehen. Nun zeichnet sich ein Kampf zwischen Apples iOS und Googles Android ab.

Und es wird gekämpft. Zunächst mit perfiden Patentstreiten. Auf der Vorstellung des iPhones sagte Steve Jobs: „… and, boy, have we patented it!“ Gemeint war vor allem das 358-seitige iPhone-Patent, das ihnen im Januar 2009 zugesprochen wurde. Damit wurde gegen eine Reihe von Handyherstellern vorgegangen, die das iPhone zu kopieren schienen. Samsung scheint erfolgreich darin zu sein Apples Strategie und Design nachzuahmen. Das Galaxy als ernstzunehmender iPhone-Rivale verkauft sich hervorragend und nimmt Apple Marktanteile. Den Verkauf des Galaxy Tab, der Klon des iOS-Geräts iPad, in Europa konnten sie bereits verhindern. Ob Apple damit langfristig erfolgreich sein wird, muss sich jedoch zeigen. Gegen Nokia hatte Apple verloren. Diese Klagen gegen Android-Geräte sind aber nur Stellvertreterkriege gegen Google.

Patente sind Munition in diesem Krieg der Betriebssysteme. Kommen Pakete davon auf den Markt, wird hart um sie gekämpft. So gelang es Apple, Microsoft und anderen, den Patentschatz des insolventen Unternehmens Nortel zu erbeuten. Google ging dabei leer aus und erwarb daher im vergangenen Juli 1030 Patente von IBM und zogen nun mit einem entscheidenden Schachzug nach: Die Akquisition von Motorola für $12,5 Mrd.

Motorola Mobility bietet Google nicht nur die nahtlose Entwicklung von Software und Hardware, die zu den großen Stärken Apples gehört. Sie haben damit auch den Zugriff auf eine große Zahl an Patenten, die im Krieg um das mobile OS über Sieg und Niederlage entscheiden.


P.S.: Ein OS-Krieg, in dem Patente als Munition dienen, gab es schon einmal. Apple verklagte 1988 Microsoft wegen Windows. Bill Gates versuchte sich mit der Aussage aus der Affäre zu ziehen "I think it's more like we both had this rich neighbor named Xerox".
Weitere Informationen zur Marktentwicklung: Gardner, Nielsen.

Update: Am 17. August kaufte Google zusätzlich 1023 Patente von IBM.